Nische definieren und finden: Was ist eine Nische?
Eine Nische hilft dir, dass deine Zielgruppe dich besser findet. Auch wenn du Expertin für Deprivationshunde bist?
Ja klar. Doch wie ist das, wenn deine Nische sehr klein ist, wie bei einer Expertin zum Beispiel für Deprivationshunde, Hunden die in einer reizarmen Umgebung aufgewachsen sind? Diese Idee hatte ich nämlich tatsächlich selbst, weil ich genau so einen Hund habe. Ich recherchierte und stellte fest, dass mein Problem doch sehr speziell ist. Man hätte mich wahrscheinlich gefunden, doch das Problem ist hier ein anderes. Die Zielgruppe ist zu begrenzt, zumindest um damit Geld zu verdienen.
Was ist jetzt also eine Nische?
Eine Nische ist ein besonderer Bereich in einem größeren Markt. In diesem Bereich gibt es spezielle Angebote. Zum Beispiel ist das Angebot oder besser die Dienstleistung Hundetrainer. Der Markt sind Hundetrainer, die von Welpentraining bis Mantrailing alles anbieten. Deine Nische könnte Trainer für Hunde mit Verhaltensauffälligkeiten sein.
Wichtig ist, dass es genügend Leute gibt, die genau das suchen, was du anbietest. In einer Nische konzentrierst du dich also auf weniger Kunden, aber die sind dafür umso interessierter an dem, was du hast.
Was kann eine Nische sein? Deine Leidenschaft, dein Wissen und deine Zielgruppe
Kein Scherz: Ich habe vor gut 5 Jahren tatsächlich darüber nachgedacht, meinen Job zu wechseln. So wie du jetzt vielleicht.
Man kommt an einen Punkt und sagt sich, ich mache jetzt was anderes, etwas Neues, was mich erfüllt und einen Sinn ergibt. Mein traumatisierter Hund hatte mich in eine Nische geschubst, die mich zu der Zeit komplett ausgefüllt hat. Gefühlt wusste ich alles über mein Thema Hund und Deprivation (aufgewachsen in einer reizarmen Umgebung). Und - ich wollte helfen.
Die Suche nach der Herzensangelegenheit
Mein Problemhund sollte also mein Business werden. Ein Business für das ich brennen wollte. Manche nennen es Herzensangelegenheit, wobei ich diesen Begriff irgendwie komisch finde. Wichtig ist auf jeden Fall, dass du es wirklich willst und du es gerne machst, denn das brauchst du um deine passende Nische zu finden.
Was kannst du wirklich gut?
Dazu kommt ein zweiter wichtiger Punkt: Was kannst du? Was zeichnet dich aus und wo hast du Wissen, das du weitergeben kannst? Dritter wichtiger Punkt: Was kannst du daraus machen?
Wenn du das für dich klargemacht hast, kommt etwas, was viele nicht bedenken. Es muss auch jemanden geben, der dein Angebot oder deine Dienstleistung haben will. Und bereit ist dafür zu bezahlen!
Also für wen ist dein Angebot?
Wer ist deine Zielgruppe! Frage dich, wenn du an dein Angebot denkst: mit wem will ich arbeiten, warum sollte deine Zielgruppe das auch wollen? Was kann dein Angebot für deine Kunden leisten? Je klarer du das vor Augen hast, desto einfacher fällt es dir, deine nächsten Schritte zu gehen.
In meinem Fall kam ich zu der Erkenntnis, dass ich zwar eine Leidenschaft für meinen Hund und sein Problem hatte, mir aber das tiefergehende Wissen fehlte. Dazu kam: sehr spitze Nische, kleine Zielgruppe. Und dann war da dieser Gedanke: Warum will ich eigentlich etwas ganz anderes machen – statt mit dem zu arbeiten, was ich kann und gerne mache?
Eine Nische in deiner Erfahrungswelt
Was ich dir aus dieser Phase mitgeben möchte: Du musst nicht alles hinschmeißen, um etwas Neues zu starten. Oft hilft es, den eigenen Weg einmal bewusst zu sortieren: Wo stehst du gerade – und wo willst du hin? Wenn du dir dein Unternehmen erst nebenher aufbaust, nimmt das viel Druck raus.
Und wenn du dich verändern willst, lohnt es sich, in deiner Erfahrungswelt zu bleiben. Da kennst du dich aus. Vielleicht brauchst du gar keinen kompletten Neustart, sondern eher eine andere Perspektive – und eine Spezialisierung, die zu dir passt. Zum Beispiel: Du bist Landschaftsgärtnerin und positionierst dich auf Beratung für hitzeresistente Gärten.
Bei mir war der Richtungswechsel: Ich berate gerne. Ich habe langjährige Erfahrung in Marketing und Webdesign. Also habe ich nicht nur über „das Thema“ nachgedacht, sondern über die Menschen, mit denen ich arbeiten will. Heute berate ich Selbstständige, die in der Praxis, im Studio oder in der Beratung bereits arbeiten – und jetzt ihr Angebot so auf die Website bringen wollen, dass auch online Anfragen entstehen.
Und ja: Ich glaube, die Nische zu finden (und damit auch Positionierung und Angebot zu ordnen) ist oft der erste Schritt, um mit einer Geschäftsidee sichtbar zu werden. Danach kommen Fragen wie „Wie werde ich gefunden?“ – und irgendwann die Website, die das Ganze nach außen trägt.
Wenn du dir dabei Unterstützung wünschst, um Nische, Zielgruppe und Angebot übersichtlich zusammenzubringen: Schau dir meinen 1:1-Workshop „Angebot & Struktur“ an. Der ist genau dafür da.
Warum brauche ich eine Nische?
Zum Beispiel das hier sind gute Gründe :-)
- Du hast weniger Konkurrenz: In einer Nische gibt es weniger Anbieter. Dadurch kannst du dich besser auffindbar machen.
- Du kannst dich als Experte oder Expertin positionieren, was dir die Möglichkeit gibt, dich von Mitbewerbern abzuheben. Kleiner Tipp am Rande: Google mag Websites, die Expertise und Erfahrung ausstrahlen, denn sie können den Lesern wahrscheinlich besser helfen.
- Du kannst deine Zielgruppe einfacher ansprechen. Du kennst deren Probleme und Wünsche und kannst deine komplette Marketingstrategie, von der Website bis zum Flyer, exakt darauf abstimmen.
- Du bist anpassungsfähiger: Gerade am Anfang stellt sich oft heraus, dass ein Angebot nicht so gut läuft wie gedacht. In einer Nische kannst du schnell nachjustieren.
- Deine Kunden: Kunden in Nischen sind meist sehr interessiert an dem, was du anbietest. Sie empfehlen dich weiter und können dir positive Rezensionen liefern.
- Dein persönlicher Traum: Wenn du in einer Nische arbeitest, die dir wirklich am Herzen liegt, ist das natürlich fantastisch. Du kannst deine Leidenschaft zum Beruf machen und jeden Tag das tun, was dir wichtig ist.
Marktforschung macht Sinn
Viele Unternehmen scheitern, weil sie einfach mal so gestartet sind. Sich am Anfang mit dem Markt, also deinen Konkurrenten und deren Angebot, zu beschäftigen, macht sicher weniger Spaß. Aber es ist wichtig, damit du dich von deinen Mitbewerbern abheben kannst.
Du solltest eine klare Vorstellung davon haben, wer deine Zielgruppe ist, ein passendes Angebot entwickeln und eine Strategie, wie es weitergeht, wenn du mit deiner Website online bist. Übrigens, beginne lieber mit einer kleinen Website, die du später ausbauen kannst. Oft entwickeln sich neue Aspekte, der Markt ändert sich, das Angebot muss angepasst werden oder manchmal kommt die Erkenntnis, dass sogar der Look angepasst werden muss. Das sollte einfach machbar sein. Und überlege nicht so lange. Wichtig ist, dass du gesehen wirst.
Es gibt einige kostenlose Tools, die dich dabei unterstützen können. Google Trends zum Beispiel oder Trendhunter, das ist eine englischsprachige Website, sie kann bei aktuellen Ereignissen sinnvoll, auch Statista ist ganz interessant. Deinen Markt zu erforschen, ist auf jeden Fall sinnvoll. Es hilft dir Entscheidungen zu treffen und dein kleines Unternehmen zu etwas Großem werden zu lassen.
Ist eine Nische eine Marktlücke?
Gute Frage! Die Begriffe werden oft identisch verwendet, aber tatsächlich sind sie nicht ganz dasselbe.
Eine Nische ist ein besonderer Bereich innerhalb eines größeren Marktes. Sie spricht eine bestimmte Zielgruppe an. Wenn wir jetzt noch einmal an Hunde denken, bietest du in deinem Laden veganes Hundefutter an, für Menschen, die auf diese spezielle Ernährung achten wollen.
Eine Marktlücke ist, wenn ein Hundefutterhersteller feststellt, dass es eine Nachfrage nach veganem Hundefutter gibt und diese Marktlücke mit einem neuen entsprechenden Produkt füllt.
Ich habe mal recherchiert was als Marktlücke gilt, die meisten Produkt oder Unternehmen die ich gefunden habe sind Weiterentwicklungen, aber interessant finde zum Beispiel:
Netflix: Sie verkauften anfangs nur DVDs, die per Post verschickt werden mussten. Bis es die Möglichkeit gab, ihre Filme als Streamdienst anzubieten, ein Angebot heute weltweit genutzt wird. Ich gebe es zu - ich bin ein echter Fan.
Post-its: Das sind diese kleinen, selbstklebenden Notizzettel. Es gab wohl ein gescheitertes Experiment für einen Superkleber bei 3M, Minnesota Mining and Manufacturing Company. Die Idee für die Post-its ist dann angeblich entstanden, weil ein Kollege des Entwicklungsteams des Kleber, ein Lesezeichen wollte, das nicht aus seinem Gesangbuch fallen konnte. Verrückt!
Airbnb: Eine Plattform, die es jedem ermöglicht, seine eigenen Wohnräume zu vermieten. Gelesen habe ich, dass die Gründer auf die Idee kamen, weil Hotels ausgebucht und WGs für eine kurze Übernachtung zu teuer waren. Der Name kommt wohl von Airbedandbreakfast (englisch: Luftmatratze und Frühstück).
Fazit
Eine Nische finden ist eine Aufgabe, die sich lohnt, denn wenn du sie gefunden hast, wirst du genau die Zielgruppe ansprechen, die du möchtest.
Wenn du eine Nische suchst, verbinde deine Leidenschaft und deine Fähigkeiten mit dem, was du machen willst. Das ergibt dein Angebot. Überlege dir nicht nur, was deine Zielgruppe möchte, sondern auch, was sie wirklich braucht. Und vergiss nicht: Dein Angebot sollte genügend Menschen ansprechen, damit du dir ein profitables Unternehmen aufbauen kannst.
Und wenn du schon online bist, aber die Website kaum Anfragen bringt: Dann passt als nächster Schritt mein Beitrag „Warum du kaum Anfragen bekommst – obwohl du offline Kunden hast“ (da geht’s um Einordnung, Seitenlogik und warum Optimieren oft nicht reicht).
Hej, ich bin Christina Martens.
Ich liebe das Meer, den Wind – und meinen Job, den ich seit über 30 Jahren mit Leidenschaft mache.
go hooray gibt es, weil ich möchte, dass du eine Website hast, die dich zeigt – und auf die du stolz bist. Jeden Tag ein bisschen mehr.